Sprache(n) lernen durch Fotografie

Sebastian Cunitz und Julius Matuschik vom Cameo Kollektiv haben im Auftrag der Volkshochschule Hannover Fotografie-Workshops mit Flüchtlingsfamilien durchgeführt. Ziel des Projektes »Ein Rucksack voller Bilder« war und ist es, mit dem Mittel der Fotografie Kindern in Flüchtlingsunterkünften eine sinnvolle, kreative Beschäftigung zu geben und anhand der entstandenen Fotos gemeinsam mit den Eltern die Sprachkompetenz zu erweitern und Grundlagen der deutschen Sprache zu üben.

Foto: Cameo Kollektiv

Foto: Cameo Kollektiv

An fünf Wochenenden wurden Grundkenntnisse der Fotografie vermittelt und Dinge und Situationen des Alltags fotografiert. Durch den Spaß an der Fotografie und das kollektive Lernen sollte ein besserer Zugang zu der komplexen neuen Sprache ermöglicht werden.

Jede Familie wurde hierfür mit einer Kamera ausgestattet und gemeinsam mit den Dozenten wurden erste Fotos aus dem nahen Umfeld erstellt. Durch Ausflüge wurde dieses Umfeld nach und nach erweitert und der erlebte und fotografierte Raum vergrößerte sich.

Foto: Sebastian Cunitz/Cameo Kollektiv

Foto: Sebastian Cunitz/Cameo Kollektiv

Foto: Cameo Kollektiv

Foto: Cameo Kollektiv

Die entstandenen Bilder wurden im Eltern-Kind-Tandem unter Anleitung eines Sprachdozenten besprochen und beschriftet. So lernten die Familien gemeinsam die deutsche Sprache, ohne dabei ihre Muttersprache außer Acht zu lassen. Die Bilder wurden zu einer Mappe geheftet und so zu einer individuellen Fibel für die Kinder, die diese nun in ihrem eigenen Rucksack überall hin mitnehmen können.

Das von der FREELENS Foundation sowie der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung geförderte Projekt fand zunächst in einer Flüchtlingsunterkunft in Hannover-Misburg statt. Eine Auswahl an Fotografien der Kinder wird noch bis Ende Mai 2016 im Lindener Rathaus ausgestellt.

Foto: Souliman Bilal

Foto: Souliman Bilal

Foto: Osama Ali

Foto: Osama Ali

In einer weiteren Projektphase sollen die ersten Workshops evaluiert und ein Konzept ausgearbeitet werden, welches die Grundlage für eine Onlinefortbildung anderer interessierter Einrichtungen bilden wird. Die für das Projekt von der FREELENS Foundation zur Verfügung gestellten Kameras sollen auch für diese Folge-Workshops genutzt werden.